Mit Babybauch am Schreibtisch

Der Babybauch wächst, der Arbeitgeber ist informiert, die Schwangerschaft wurde gemeldet. Wie geht es jetzt weiter? Ändert sich etwas für mich? Welche besonderen Bestimmungen gelten für schwangere Frauen an ihrem Arbeitsplatz?

Gesetzliche Bestimmungen für schwangere Frauen

Die wohl wichtigste Bestimmung betrifft den Kündigungs- und Entlassungsschutz bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. In Österreich können wir uns über wirklich gute Gesetze freuen, die werdende Mütter und ihr ungeborenes Kind schützen. Der Kündigungsschutz gilt ab Eintritt der Schwangerschaft. Besondere Bestimmungen gelten für verschieden Tätigkeiten.

Was diese besonderen Bestimmungen des Mutterschutzes angeht, betraf mich als Angestellte in einem Büro vor allem folgendes:

  • keine Überstunden mehr
  • die tägliche Arbeitszeit darf neun Stunden und
  • die wöchentliche 40 Stunden nicht überschreiten.

Heben, Tragen, Stehen…

Weitere Regelungen gelten für körperliche Arbeit, das Heben und Tragen von Lasten, Nachtarbeit oder die Arbeit mit gesundheitsgefährdenden Stoffen. Frauen in stehenden Berufen dürfen ab der 21. Schwangerschaftswoche nur mehr vier Stunden am Tag stehenden Tätigkeiten nachgehen, während der restlichen Zeit müssen ihnen Tätigkeiten im Sitzen geboten werden. Ausführliche Infos findest du auf den Seiten der Arbeiterkammer.

Ich war vor und während meiner Schwangerschaft beruflich viel im Ausland unterwegs. Das Fliegen gab ich jedoch rund um die 25. Schwangerschaftswoche auf, es wurde mir schlichtweg zu anstrengend: schon als Nicht-Schwangere gibt es schönere Vergnügen als mit dem „Pyjama-Flieger“ in der Früh Wien zu verlassen und mit dem letzten am Abend wieder zu landen.

In meinem Unternehmen musste ich eine Bestätigung meiner Gynäkologin über die Schwangerschaft vorlegen. Es gab auch ein Gespräch mit unserer Betriebsärztin.

Der Babybauch wächst…

Viele meiner Kollegen sind Eltern und waren sehr lieb und aufmerksam in meiner Schwangerschaft; natürlich haben auch die Nicht- und Noch-Nicht-Eltern immer wieder nachgefragt, wie es mir geht, was es wird, welche Namen uns gefallen… Ihr kennt all diese Fragen!

Besonders mein Bauchumfang (und die dazugehörige Gewichtszunahme) wurden mit Argusaugen beobachtet und gern kommentiert. Ein besonders lustiges Vorkommnis werde ich nie vergessen: ich stand bei der Kaffeemaschine, ich dürfte wohl so in der 30. Schwangerschaftswoche gewesen sein, mein Bauch war schon etwas größer.
Kollegin S. bog um die Ecke und sagte: „Oh hallo Ina, wie geht es dir? Wie weit bist du jetzt? Gut schaust du aus! Dein Bauch ist aber schon noch sehr klein!“. Wenige Augenblicke später meinte Kollegin V.: „Puh, also Ina, dein Babybauch ist jetzt aber echt riesig geworden, kann ja nicht mehr lange dauern“. Tja, ich weiß bis heute nicht, wer von beiden Recht hatte!

…das Sitzen am Schreibtisch wird mühsamer

Im Laufe der Schwangerschaft fiel mir das Sitzen am Schreibtisch immer schwerer. Besonders wenn ich Stress hatte, mein Bauch hart wurde und die Kleine sich austobte, war das Sitzen sehr unangenehm. Ich hatte das große Glück, dass mein Schreibtisch höhenverstellbar war, so konnte ich oft im Stehen arbeiten. Ein wenig Abhilfe bei meinen Kreuzschmerzen und Verspannungen bot mir auch ein Pezziball. Ich muss jedoch gestehen, lange hielt ich diese Hopserei und Wacklerei nicht aus; als kurze Abwechslung zum Sitzen hat es aber gut getan.

Vorbereitung auf ein neues Leben

Gearbeitet habe ich bis zum Eintritt des Mutterschutzes, also bis acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Ich bewundere Frauen in anderen Ländern, die aufgrund der dortigen Bestimmungen bis zum Geburtstermin arbeiten müssen – ich muss ehrlich gestehen, ich hätte es nicht gekonnt! Zum Schluss hin plagten mich Sodbrennen, ein großer Bauch und angeschwollene Füße – ich war so froh, dass ich den restlichen Sommer im Wasser oder einfach nur mit einem guten Buch auf der Couch verbringen konnte.

Trotzdem war es traurig, mich am letzten Tag von meinen Kollegen zu verabschieden, Laptop und Handy abzugeben und nun für ein Jahr nicht mehr zu arbeiten. Stattdessen bereitete ich mich auf eine neue, völlig andere Lebensaufgabe vor – Mama sein!

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