Wie sag ich es meinem Chef – Bekanntgabe der Schwangerschaft

An die aufregenden ersten Wochen meiner Schwangerschaft denke ich gern zurück. Sie waren geprägt durch große Freude, aber auch durch die Unsicherheit, das Baby doch zu verlieren. Nach der ersten Zeit der geheimen Freude wurde unserer Familie und unseren Freunden die frohe Botschaft überbracht. Meinen Arbeitgeber zu informieren fiel mir hingegen nicht so leicht.

 Am Anfang stehen zwei Striche – und wie geht es im Job weiter?

Der Schwangerschaftstest ist eindeutig positiv, beim ersten Ultraschall sieht man vielleicht schon ein kleines Herzchen schlagen. Nach der ersten großen Freude mit Partner und Familie kommt vielleicht ein mulmiges Gefühl auf, wenn man an seinen Arbeitgeber denkt. Wie sag ich es meinem/meiner Vorgesetzten? Was passiert jetzt mit mir, was mache ich in meinem Job und vor allem – welche Rechte habe ich als schwangere Frau?

Bekanntgabe der Schwangerschaft – Mutterschutzgesetz gibt Sicherheit

Bei Eintritt einer Schwangerschaft greift in Österreich das Mutterschutzgesetz. Mit diesem Gesetz sind Dienstnehmerinnen gut abgesichert, es gelten der Kündigungsschutz  und besondere Bestimmungen. Die Schwangerschaft und der errechnete Geburtstermin müssen dem Arbeitgeber gemeldet werden, sobald die Frau Kenntnis davon hat. Es ist jedoch kein Entlassungsgrund, wenn dies später geschieht.

Ich habe mit der Bekanntgabe in meiner Firma bis zur 13. Schwangerschaftswoche gewartet – die kritische Anfangszeit wollte ich hinter mir haben. Ich hätte es nicht ausgehalten, wenn ich mein Baby früh verloren hätte und Kollegen Bescheid gewusst hätten. Die Bekanntgabe der Schwangerschaft mag jede Frau halten, wie sie mag. Sie ist nicht verpflichtet, ihren Arbeitgeber sofort zu informieren.

Im weiteren Verlauf meldete ich meine Schwangerschaft auch schriftlich und legte die Bestätigung meiner Gynäkologin über den voraussichtlichen Geburtstermin vor. Nach diesem errechnet sich der Beginn des Mutterschutzes, in Österreich acht Wochen vor Geburtstermin.

Die Schwangerschaft in den ersten Wochen verstecken

Das Kaschieren meines Blähbauchs war gar nicht so einfach. Ich trug davor figurbetonte Kleidung, hatte wenig weite Teile im Schrank. Shoppen war angesagt – vor allem Schwangerschaftshosen mit weichem Bund. Gott sei Dank litt ich nicht unter Übelkeit oder Erbrechen, ich hätte nicht gewusst, wie ich damit umgegangen wäre. Wie habt ihr das gemacht?

Herausfordernd in dieser Anfangszeit waren auch geschäftliche Abendessen, bei denen Alkohol getrunken wurde. Meine Ausreden nichts zu trinken waren kreativ. Es war alles dabei: von Antibiotika-Einnahme, einer Wette mit meinem Mann über Alkoholabstinenz in der Fastenzeit bis zur einfachsten Ausrede: „Ich muss mit dem Auto fahren“.

Oft hatte ich das Gefühl, mir wurde die Schwangerschaft an der Nasenspitze angesehen. Dem war nicht so. Eine einzige Kollegin meinte im Nachhinein, sie hätte mein Strahlen – den berühmten Schwangerschaftsglow – bemerkt.

Wie sagte ich es meinem Vorgesetzten?

Ich nutzte mein Jahresgespräch, es fand passenderweise in meiner 13. Schwangerschaftswoche statt. Ich war sehr aufgeregt, es fiel mir nicht leicht, meine Firma im Stich zu lassen. Wir waren mitten in einer Produkteinführung und so sehr ich mich über meine Schwangerschaft freute, ich hatte auch ein schlechtes Gewissen.

Mein Vorgesetzter fragte mich nach meinen Zielen in diesem Jahr. „Das werden heuer kurze Ziele, ich bin nur mehr bis Sommer hier.“ Pause und fragender Blick meines Vorgesetzten. „Ich bin schwanger“. Mein Herz hat so laut geklopft, ich war wirklich nervös. Ich war so erleichtert, als er aufstand und mir gratulierte. Wie habt ihr das mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft gemacht? Wart ihr auch aufgeregt?

Momente der Freude

Ein besonderer Moment war die Verlautbarung in meinem engsten Team. Die freudigen Aufschreie, Bussis und Umarmungen werde ich all meinen Kollegen nie vergessen! Es war schön, so viel Freude zu spüren! Die Anteilnahme während meiner Schwangerschaft war groß, dazu an anderer Stelle mehr.

Weitere, sehr ausführliche und hilfreiche Infos zu Mutterschutz findet Ihr auf www.arbeiterkammer.at

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